Die Fluktuationsrate durch ein vertrauenswürdiges Umfeld, in dem Mitarbeiter kollaborativ und transparent Wissen austauschen können, verringert sich im Branchendurchschnitt um 50% als Wettbewerber.

Nicht nur deswegen sind offene Kommunikation und Transparenz die beiden wertvollsten Eigenschaften eines erfolgreichen Arbeitsumfeldes. 

Dennoch möchte nicht jeder Mitarbeiter an einer Wissensaustauschkultur teilnehmen. Eine Mehrheit der Mitarbeiter hat immer noch Schwierigkeiten, ihre Kollegen dazu zu bringen, Informationen, die für ihre Arbeit wichtig sind, auszutauschen. 

Warum verbergen dennoch so viele von uns ihr Wissen? 

Viele befürchten, dass sie durch Teilen ihres Wissens Macht verlieren oder ihr lang aufgebauter Status nicht erhalten bleibt. Wahrscheinlich verbergen viele auch ihr Wissen, weil sie für sich Nachteile fürchten. Sofern sie sich noch persönlich bedroht fühlen, halten die Kollegen ihr Wissen natürlich auch zurück, um sich selbst zu schützen. Bei allen Gründen erwarten sie, dass sie damit einen Vorteil erlangen. Ob dies jedoch Erfolg versprechend ist oder nicht, ist fraglich. Denn wie Studien unter anderem beweisen, hat dies negativen Einfluss auf die Rentabilität aber auch die Bindung zum Arbeitgeber. Auch wenn die Auswirkungen auf die Organisation unterschiedlicher Art und Weise sind und nicht immer gravierend sein müssen, so sind sie dennoch entscheidend für den langfristigen Erfolg. Auch ein vermeintlicher Vorteil für den einzelnen Mitarbeiter ist nicht abschließend belegt. Mögliche Effekte auf das Unternehmen und die entsprechende Zusammenarbeit hängt auch davon ab, wie sehr sich der jeweilige Mitarbeiter am Unternehmen gebunden bzw. wie sicher er sich fühlt.

Emotionale Sicherheit der Mitarbeiter bei der Arbeit gehört zu den entscheidenden Faktoren – nicht nur bei der Frage des Wissensaustausches, sondern ist auch der Hauptfaktor für erfolgreiche Teams.

  • Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus?
  • Empfinden Ihre Mitarbeiter ihr Arbeitsumfeld als bedrohlich?
  • Fühlen sie sich sicher, sie selbst zu sein?
  • Können Ihre Mitarbeiter offen sprechen und Ihre Meinungen äußern ohne Nachteile befürchten zu müssen?

Können Sie diese Fragen wirklich und mit Sicherheit alle mit „ja“ beantworten?  

Untersuchungen haben gezeigt, dass es für Mitarbeiter ohne psychologische Sicherheit schwierig ist, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, sinnvolle Arbeitsbeziehungen aufzubauen und neue Arbeitsweisen zu erkunden, ohne Angst vor Strafe zu haben.

Auszug aus Google´s blog postWhat makes a Google team effective? 

Psychological safety was far and away the most important of the five dynamics we found ...

ZUHÖREN IST EIN ERSTER SCHRITT DEM ENTGEGENZUWIRKEN

Eine Lösung besteht also darin, Kulturen zu entwickeln, in denen sich Mitarbeiter wohl fühlen und offen über ihre Anliegen sprechen. Wenn Unternehmen die Gründe identifizieren, die Ihre Mitarbeiter dazu bringen, sich unwohl im Unternehmen zu fühlen oder häufig negativ und abwertend gegenüber der Organisation zu äußern, können Unternehmen anfangen, deren Vertrauen zurückzugewinnen und einen Teil dieser Ablehnung gegen das eigene Unternehmen zu lindern. Und gleichzeitig erkennen sie Gründe für Wissensmonopole. Ein Schritt hin zu einer offenen und ernsthaften sicheren Kultur ist Zuhören und das Verstehen der Mitarbeiter und deren Befürchtungen oder persönlichen Ansichten.

Durch den offenen Dialog entsteht ein gemeinsames Verständnis. Verschiedene Sichtweisen werden ausgetauscht. Erste Erkenntnisse für ein gemeinsames echtes Verständnis werden geschaffen. Schritte in Richtung eines sicheren Arbeitsgefühls werden gegangen.

FOLGEN DES WISSENSMONOPOLS AUFZEIGEN

Ein kleiner Schritt zur Überwindung der Wissensmonopole ist auch, den Mitarbeitern die Folgen des Zurückhaltens von Wissen aufzuzeigen. Diejenigen, die Informationen nicht teilen möchten, um sich vermeintlich selbst zu schützen, verstehen vielleicht nicht, dass sie tatsächlich das Gegenteil tun. Und die anderen – meist auch Führungskräfte – verstehen die Gründe und Befürchtungen, die dahinterstecken können, nicht. Da hilft aktives Zuhören. 

Gehen Sie offensiv auf Ihre Mitarbeiter zu und zeigen ihnen, die Vorteile und die positiven Effekte einer engen Zusammenarbeit und des gemeinsamen Wissens immer und immer wieder auf. Gemeinsam erarbeitete Ideen und deren erfolgreiche Umsetzung im Unternehmen sollen veröffentlicht werden. Überzeugen Sie den Mitarbeiter wie wertvoll, die gemeinsamen Ideen und sein Wissen für den Erfolg des Unternehmens sind und welche Vorteile dies für alle Mitarbeiter bringt. Auch eingespartes Budget oder schnellere Erledigung der Kundenaufträge durch gemeinsamen Wissensaustausch und Zusammenlegen der Ideen sind gute Beispiele für positive Wirkungen. Feiern Sie die Erfolge und den positiven Effekt auf die Unternehmenskultur.

Die Organisation weiß sehr genau wo die Wissensmonopole sitzen und welche Mitarbeiter mehr oder weniger ihr Wissen teilen. Alle wissen auch, wen sie Fragen müssen, um schnell ihr Ziel zu erreichen auch wenn es nicht den offiziellen Abläufen entspricht. Dazu brauchen sie keine großen Studien oder Umfragen durchzuführen, sondern direkt auf die Kollegen zu zugehen. Auch hier hilft wieder das aktive Zuhören. Sprechen Sie mit den Kollegen und den Teammitgliedern, um die Gründe und die Situation richtig zu verstehen. Welche Gründe sprechen für die Zurückhaltung und was können wir alle dagegen tun?

Nutzen Sie regelmäßig Schulungen, den persönlichen Austausch, Newsletter oder andere unternehmensinterne Medien, um die Vorteile der engen Zusammenarbeit und des Wissensaustausches zu verbreiten.

 

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